Liebe werdende Eltern, liebe Familien,
wir möchten Sie offen über eine Veränderung informieren, die uns selbst sehr bewegt. Schweren Herzens haben wir die Entscheidung getroffen, die Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam ab 01. August 2026 nicht mehr anzubieten.
Update 10.07.2026
Aufgrund der geplanten Beendigung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe können die für eine sichere Versorgung erforderlichen personellen Voraussetzungen unerwartet nicht mehr erfüllt werden.
Deshalb kann das gesamte gynäkologische und geburtshilfliche Leistungsspektrum am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam leider bereits ab sofort und damit vor dem ursprünglich vorgesehenen Ende zum 31. Juli 2026 nicht mehr angeboten werden.
Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Sie ist jedoch endgültig.
Seit vielen Jahren begleiten unsere Mitarbeitenden Familien rund um die Geburt eines Kindes mit großer Fachlichkeit, Fürsorge und persönlichem Engagement. Umso schmerzlicher ist der Abschied von einem Bereich, der das Krankenhaus über Jahrzehnte geprägt hat.
Wir wissen, dass diese Nachricht Fragen, Enttäuschung und auch Verunsicherung auslösen kann. Deshalb möchten wir die Hintergründe transparent erläutern. Die Entscheidung wurde nach sorgfältiger Prüfung getroffen und verfolgt ein klares Ziel: die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen auch künftig verlässlich, sicher und auf hohem medizinischem Niveau zu gewährleisten.
Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Schließung der Geburtshilfe und zu den weiteren Schritten.
Ja. Aufgrund der geplanten Beendigung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe können die für eine sichere Versorgung erforderlichen personellen Voraussetzungen unerwartet nicht mehr erfüllt werden.
Deshalb kann das gesamte gynäkologische und geburtshilfliche Leistungsspektrum am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam leider bereits seit 10.07.2026 und damit vor dem ursprünglich vorgesehenen Ende zum 31. Juli 2026 nicht mehr angeboten werden.
Die Entscheidung ist eine Folge der strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen. Krankenhausreform, Leistungsgruppen, GKV-Finanzierungsdruck und die Gespräche zur Planungsgrundlage ab 2027 zeigen klar, wohin sich die Versorgung entwickelt. Medizinische Leistungen müssen künftig stärker gebündelt werden. Ziel ist es, die Versorgung langfristig qualitativ hochwertig, verlässlich und zukunftssicher aufzustellen.
Kommuniziert wurde die Entscheidung erst, nachdem die notwendigen Abstimmungen mit den zuständigen Stellen abgeschlossen und die unternehmerische Entscheidung getroffen worden waren. Unser Ziel war es, die Versorgung bis zuletzt aufrechtzuerhalten. Geplante Geburten, Behandlungen und Eingriffe sollten weiterhin im Alexianer St. Josefs Krankenhaus stattfinden können, denn der Versorgungsauftrag bestand bis zuletzt fort. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass die Ankündigung einer Schließung bei Patientinnen und Patienten verständlicherweise zu erheblicher Verunsicherung führen kann und sich auch die personelle Situation verändern kann.
Die Sicherheit unserer Patientinnen und ihrer Kinder hat für uns oberste Priorität. Deshalb haben wir die Klinik in Abstimmung mit den zuständigen Stellen von der Versorgung abgemeldet.
Bitte wenden Sie sich bei akuten gynäkologischen oder geburtshilflichen Beschwerden an das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.
Bereits vereinbarte Termine und geplante Behandlungen in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe können leider nicht mehr stattfinden. Sofern Sie betroffen sind, werden Sie von uns informiert.
Bei Fragen zu Ihrer Behandlung oder wenn Sie Unterlagen für die Weiterbehandlung in einer anderen Einrichtung benötigen, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Klinik.
Telefon: (0331) 9682 4000
E-Mail: gyn-potsdam(at)alexianer.de
Nein. Aufgrund der aktuellen personellen Situation können am Alexianer St. Josefs Krankenhaus Potsdam keine Leistungen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe mehr angeboten werden. Dies betrifft das gesamte gynäkologische und geburtshilfliche Leistungsspektrum, einschließlich aller Sprechstunden (u.a. Endometriose), ambulanten und stationären Behandlungen sowie der Geburtshilfe.
Die Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam ist seit 1997 ein besonderer Ort für viele Familien. Zahlreiche Kinder sind hier zur Welt gekommen, viele Eltern haben die persönliche und einfühlsame Begleitung geschätzt. Wir wissen, wie emotional das Thema Geburt ist. Das gilt für werdende Eltern ebenso wie für die Mitarbeitenden, die diesen Bereich über viele Jahre mit hoher Fachlichkeit und großem Engagement geprägt haben.
Umso schwerer fällt uns die Entscheidung, die Geburtshilfe am Standort zu beenden. Sie ist ausdrücklich keine Bewertung der hervorragenden Arbeit des Teams. Unser herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden, die Schwangere, Gebärende, Neugeborene und ihre Familien über viele Jahre begleitet haben.
Krankenhäuser stehen bundesweit unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind jedoch nicht allein wirtschaftliche Gründe. Entscheidend sind vor allem die langfristige Sicherung einer hohen Versorgungsqualität, die Anforderungen der Krankenhausreform, eine stärkere Spezialisierung sowie dauerhaft stabile Personalstrukturen.
Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Versorgung von Neugeborenen weiter steigen. Ohne eine eigene Kinderklinik am Standort lässt sich eine Geburtshilfe langfristig nicht mehr in der erforderlichen Breite und Sicherheit vorhalten.
Unser Ziel ist es, die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen in Potsdam dauerhaft verlässlich, sicher und qualitativ hochwertig zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen Doppelstrukturen vermieden werden. Auch künftig wird in Potsdam eine wohnortnahe Geburtshilfe zur Verfügung stehen.
Ja, die geburtshilfliche Versorgung in Potsdam ist auch künftig sichergestellt. Das Klinikum Ernst von Bergmann verfügt mit seinem Perinatalzentrum Level I über die höchste Versorgungsstufe für Schwangere, Gebärende sowie Früh- und Neugeborene. Die Krankenhausreform verfolgt bundesweit das Ziel, medizinische Leistungen stärker zu spezialisieren und an dafür geeigneten Standorten zu konzentrieren. Vor diesem Hintergrund werden die Versorgungsstrukturen in Potsdam angepasst, um die Gesundheitsversorgung langfristig leistungsfähig und verlässlich aufzustellen.
Wir verstehen die Trauer vieler Familien um die Geburtshilfe im Alexianer St. Josefs-Krankenhaus. Wir können gut nachvollziehen, dass die angekündigten Veränderungen bei werdenden Eltern und Familien Fragen und auch Sorgen auslösen. Gerade die Geburt eines Kindes ist ein sehr persönliches Ereignis, das viele Menschen emotional bewegt.
Ziel ist nicht weniger Medizin, sondern verlässliche Medizin: mit starken Fachabteilungen, stabilen Teams und klaren Zuständigkeiten für Potsdam.
Unsere Informationsabende für werdende Eltern und Partner am 09. Juli und 30. Juli 2026 müssen wir leider absagen.
Die Geburtenzahlen entwickeln sich rückläufig (2024: 660; 2025: 632). Zugleich steigen die strukturellen Anforderungen an Geburtshilfe, Pädiatrie, Vorhaltung und Sicherheit. In der Gesamtschau ist eine dauerhafte doppelte Vorhaltung in unmittelbarer räumlicher Nähe nicht zukunftsfähig.
Bereits angemeldete Schwangere werden von uns persönlich informiert. Sie erhalten konkrete Hinweise zu umliegenden Geburtshilfen.
Über die Schließung werden Zuweiser, Rettungsdienste, Feuerwehr und Gesundheitsamt informiert, damit sichergestellt ist, dass keine Gebärenden mehr in Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam zugeführt werden.
Mit der Beendigung der Geburtshilfe wird auch die Babyklappe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam künftig nicht weiter betrieben. Diese Entscheidung wird verantwortungsvoll vorbereitet und mit den zuständigen Stellen abgestimmt. Die Babyklappe war über viele Jahre ein wichtiges Angebot für extreme Notsituationen, wurde jedoch nur sehr selten in Anspruch genommen. In den vergangenen fünf Jahren wurde sie nicht genutzt, auch bedingt durch die gesetzlichen Regelungen zur anonymen Geburt. Wichtig ist: Schwangere und Mütter in Not sollen weiterhin niedrigschwellige Hilfe erhalten. Deshalb wird auf bestehende Beratungs- und Hilfsangebote sowie zuständige Anlaufstellen deutlich hingewiesen.
Die Beendigung der Geburtshilfe, Gynäkologie haben erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden. Mit allen Betroffenen werden persönliche Gespräche geführt. Dabei wird individuell geprüft, welche Perspektiven innerhalb der beteiligten Häuser, innerhalb der Alexianer oder bei anderen Einrichtungen möglich sind. Wo keine Weiterbeschäftigung möglich ist, unterstützen wir bei der beruflichen Neuorientierung, etwa durch Beratung, Vermittlungskontakte und Unterstützung bei Bewerbungen.
Wir sprechen immer zuerst mit den Mitarbeitenden, erarbeiten Lösungen mit ihnen zusammen, nehmen Sorgen ernst. Klar ist auch, dass wir gemeinsame Herausforderungen offen und transparent kommunizieren. Über den aktuellen Stand tauschen wir uns regelmäßig über verschiedene Kanäle aus, zum Beispiel bei Mitarbeitendenversammlungen, in individuellen Gesprächen und über interne digitale Kommunikationsformen.
Unser Anspruch war und ist es, die Mitarbeitenden vor einer öffentlichen Bekanntgabe in den Medien persönlich zu informieren. Deshalb haben wir die Entscheidung zunächst intern kommuniziert. Leider konnten nicht alle Mitarbeitenden an diesem Termin teilnehmen. Das bedauern wir sehr. Selbstverständlich stehen wir mit den betroffenen Teams im persönlichen Austausch, führen die Gespräche fort und begleiten sie in den kommenden Wochen.
Krankenhäuser stehen bundesweit unter wirtschaftlichem und personellem Druck. Ausschlaggebend für die Neuordnung sind jedoch vor allem die langfristige Sicherung der Versorgungsqualität, die künftigen Anforderungen der Krankenhausreform, Spezialisierung und stabile Personalstrukturen. Ziel ist eine Versorgung, die auch in den kommenden Jahren verlässlich erbracht werden kann.