Liebe werdende Eltern, liebe Familien,

wir möchten Sie offen über eine Veränderung informieren, die uns selbst sehr bewegt. Schweren Herzens haben wir die Entscheidung getroffen, die Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam ab 01. August 2026 nicht mehr anzubieten.

Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen.

Seit vielen Jahren begleiten unsere Mitarbeitenden Familien rund um die Geburt eines Kindes mit großer Fachlichkeit, Fürsorge und persönlichem Engagement. Umso schmerzlicher ist der Abschied von einem Bereich, der das Krankenhaus über Jahrzehnte geprägt hat.

Wir wissen, dass diese Nachricht Fragen, Enttäuschung und auch Verunsicherung auslösen kann. Deshalb möchten wir die Hintergründe transparent erläutern. Die Entscheidung wurde nach sorgfältiger Prüfung getroffen und verfolgt ein klares Ziel: die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen auch künftig verlässlich, sicher und auf hohem medizinischem Niveau zu gewährleisten.

Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Schließung der Geburtshilfe und zu den weiteren Schritten.

Die Geburtshilfe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam ist seit 1997 ein besonderer Ort für viele Familien. Zahlreiche Kinder sind hier zur Welt gekommen, viele Eltern haben die persönliche und einfühlsame Begleitung geschätzt. Wir wissen, wie emotional das Thema Geburt ist. Das gilt für werdende Eltern ebenso wie für die Mitarbeitenden, die diesen Bereich über viele Jahre mit hoher Fachlichkeit und großem Engagement geprägt haben.

Umso schwerer fällt uns die Entscheidung, die Geburtshilfe am Standort zu beenden. Sie ist ausdrücklich keine Bewertung der hervorragenden Arbeit des Teams. Unser herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden, die Schwangere, Gebärende, Neugeborene und ihre Familien über viele Jahre begleitet haben.

Krankenhäuser stehen bundesweit unter erheblichem wirtschaftlichem und personellem Druck. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind jedoch nicht allein wirtschaftliche Gründe. Entscheidend sind vor allem die langfristige Sicherung einer hohen Versorgungsqualität, die Anforderungen der Krankenhausreform, eine stärkere Spezialisierung sowie dauerhaft stabile Personalstrukturen.

Hinzu kommt, dass die Anforderungen an die Versorgung von Neugeborenen weiter steigen. Ohne eine eigene Kinderklinik am Standort lässt sich eine Geburtshilfe langfristig nicht mehr in der erforderlichen Breite und Sicherheit vorhalten.

Unser Ziel ist es, die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen in Potsdam dauerhaft verlässlich, sicher und qualitativ hochwertig zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen Doppelstrukturen vermieden werden. Auch künftig wird in Potsdam eine wohnortnahe Geburtshilfe zur Verfügung stehen.

Die Geburtenzahlen entwickeln sich rückläufig (2024: 660; 2025: 632). Zugleich steigen die strukturellen Anforderungen an Geburtshilfe, Pädiatrie, Vorhaltung und Sicherheit. In der Gesamtschau ist eine dauerhafte doppelte Vorhaltung in unmittelbarer räumlicher Nähe nicht zukunftsfähig. 

 

Bereits angemeldete Schwangere werden von uns persönlich informiert. Sie erhalten konkrete Hinweise zu umliegenden Geburtshilfen. 

Über die Schließung werden Zuweiser, Rettungsdienste, Feuerwehr und Gesundheitsamt informiert, damit sichergestellt ist, dass keine Gebärenden mehr in Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam zugeführt werden. 

 

Mit der Beendigung der Geburtshilfe wird auch die Babyklappe am Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam künftig nicht weiter betrieben. Diese Entscheidung wird verantwortungsvoll vorbereitet und mit den zuständigen Stellen abgestimmt. Die Babyklappe war über viele Jahre ein wichtiges Angebot für extreme Notsituationen, wurde jedoch nur sehr selten in Anspruch genommen. In den vergangenen fünf Jahren wurde sie nicht genutzt, auch bedingt durch die gesetzlichen Regelungen zur anonymen Geburt. Wichtig ist: Schwangere und Mütter in Not sollen weiterhin niedrigschwellige Hilfe erhalten. Deshalb wird auf bestehende Beratungs- und Hilfsangebote sowie zuständige Anlaufstellen deutlich hingewiesen. 

 

Die Beendigung der Geburtshilfe, Gynäkologie haben erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden. Mit allen Betroffenen werden persönliche Gespräche geführt. Dabei wird individuell geprüft, welche Perspektiven innerhalb der beteiligten Häuser, innerhalb der Alexianer oder bei anderen Einrichtungen möglich sind. Wo keine Weiterbeschäftigung möglich ist, unterstützen wir bei der beruflichen Neuorientierung, etwa durch Beratung, Vermittlungskontakte und Unterstützung bei Bewerbungen. 

 

Wir sprechen immer zuerst mit den Mitarbeitenden, erarbeiten Lösungen mit ihnen zusammen, nehmen Sorgen ernst. Klar ist auch, dass wir gemeinsame Herausforderungen offen und transparent kommunizieren. Über den aktuellen Stand tauschen wir uns regelmäßig über verschiedene Kanäle aus, zum Beispiel bei Mitarbeitendenversammlungen, in individuellen Gesprächen und über interne digitale Kommunikationsformen. 

 

Krankenhäuser stehen bundesweit unter wirtschaftlichem und personellem Druck. Ausschlaggebend für die Neuordnung sind jedoch vor allem die langfristige Sicherung der Versorgungsqualität, die künftigen Anforderungen der Krankenhausreform, Spezialisierung und stabile Personalstrukturen. Ziel ist eine Versorgung, die auch in den kommenden Jahren verlässlich erbracht werden kann. 

 

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