"Wir sind froh, dass es sie gibt"

07.11.19, Alexianer St. Josefs-Krankenhaus

Seit 13 Jahren ist Christel Ewert Patientenfürsprecherin im Alexianer St. Josefs-Krankenhaus Potsdam. Haben Patienten oder Angehörige Sorgen oder Beschwerden, mit denen sie sich nicht an die Ärzte oder das Pflegepersonal wenden wollen, steht Christel Ewert bei. Die Potsdamerin ist nicht im Krankenhaus angestellt, arbeitet unabhängig und ehrenamtlich. Immer mittwochs geht sie über die Stationen und behandelt alle Sachverhalte, die ihr anvertraut werden, vertraulich. Christel Ewert wird in den Zimmern meist offen empfangen. Sie erkundigt sich bei den Patienten, ob alles in Ordnung ist, ob sie mit ihrem Zimmer oder der Behandlung zufrieden sind. Es fällt ihr leicht, mit den Patienten ins Gespräch zu kommen. Sie ist eine ruhige Frau, die gut zuhören kann.

Im Oktober ist 80 Jahre alt geworden, obwohl sie viel jünger wirkt. Der Umgamg mit den Patienten macht der Rentnerin Freude. Und die Ärzte, das Pflegeteam, die Verwaltungsmitabeitenden - sie sind alle sehr dankbar für ihre offene, herzliche und selbstlose Art. "Wir sind froh, dass es sie gibt und wir sie hoffentlich noch sehr lange bei uns haben", sagte die Ärztliche Direktorin Dr. Gesine Dörr anlässlich des runden Geburtstages der ehrenamtlichen Patientenfürsprecherin, die sichtlich gerührt die Glückwünsche und Umarmungen der Kolleginnen und Kollegen aus dem St. Josefs entgegennahm.

"Ich weiß, ich bin eine Nervensäge. Aber ich bin für die Patienten da, die wollen einfach angehört werden", sagt Christel Ewert bestimmt und ein wenig entschuldigend zugleich. Sie hat sich nie gescheut, in den Chefarztrunden Tacheles zu reden. Oft sind dadurch Probleme innerhalb weniger Minuten behoben. Für Patientinnen und Patienten ist Frau Ewert eine Vertrauensperson, von ihrem Ehrenamt profitiert das ganze Klinikteam. "Sie trägt keinen weißen Kittel und hat zudem eine sehr herzliche Art. Da fällt es den Patienten leichter, sich zu öffnen", sagt Regionalgeschäftsführer Oliver Pommerenke.

Wie es ist, Patientin zu sein, weiß Ewert aus eigener Erfahrung. Sie war selbst vor einigen Jahren wegen einer Erkrankung im St. Josefs-Krankenhaus und hat gute Erfahrungen in der Klinik gemacht. Vielleicht ist das der Grund, warum sie als Patientenfürsprecherin ausgerechnet dorthin zurückgekehrt ist: "Ich habe den Ärzten und Pflegenden viel zu verdanken und wollte etwas zurückgeben."

(Text: Diana Bade)